Kernkompetenzen der Engpasskonzentrierte Strategie

Die Engpasskonzentrierte Strategie basiert – wie einige andere Konzepte auch – auf dem Ausbau der eigenen Stärken. Der Unterschied liegt darin, dass man sich nicht auf seine Stärken konzentriert, sondern auf konkrete Bedürfnisse anderer. Diese „anderen“ sind Zielgruppen, die von ihrer Bedürfnislage und ihrer Größe her genau zum Unternehmen passen. Man stellt sich dann bedingungslos auf deren Wünsche ein; auch wenn diese von uns verlangen, uns radikal weiter zu entwickeln. Beispiel: Der aktuelle Marktführer im Einfamilienhausbau, Town & Country, hat die Zielgruppe „Normalverdiener“. Für diese ist ein Hausbau ein so großes finanzielles Risiko, dass viele auf das Bauen verzichten. T & C hat dafür ein dichtes Netz von Absicherungen rund um das Haus gesponnen, sodass das „Abenteuer Bau“ völlig risikolos ist. Alle anderen Bauunternehmen haben dieses Problem schlicht und einfach ignoriert. Während T & C von einem Umsatzrekord zum anderen eilt, sind die ehemaligen Marktführer entweder pleite gegangen oder finden sich unter ferner liefen wieder.

Engpasskonzentrierte Strategie bedeutet also nicht die Konzentration auf Kernkompetenzen, sondern die Konzentration auf bedeutende Zielgruppenprobleme. Sie ist nicht nach innen gerichtet („was können wir besser als andere?), sondern nach außen: Welche Probleme welcher Menschen wollen und können wir besser lösen als anderen. Es geht immer darum, Probleme zu lösen  – auch wenn das unsere „Kernkompetenz“ erst einmal überschreitet.